Geschichte

Lerbach erhielt seinen Namen vom Fluss Lerbach, der entlang des Dorfes durch das Tal fließt. Er entstammt einer Sage, nach der ein Ritter auf dem Weg nach Clausthal sein Pferd mit Wasser vom Fluss tränken wollte. Durch eine Dürre war dieser jedoch ausgetrocknet, woraufhin er beim Aufstieg zurück auf den Berg gesagt haben soll: „Ei du verdammter leerer Bach!“. Die Namensherkunft findet sich noch heute im Ortswappen abgebildet.

Die erste Besiedlung des Lerbachtals erfolgte etwa um das Jahr 1530. Lerbach wird in alten Aufzeichnungen oft Bergdorf genannt, die Bezeichnung „Berg“ bezieht sich jedoch nicht auf die Harz­berge, sondern auf Bergwerke. 1551 wird eine Hammerhütte (Schmiede) im Oberdorf erstmals urkundlich erwähnt. Vorkommen von Roteisenstein veranlassten Eisensteinbergleute und Hüttenleute, zuerst im Bremketal und wegen des größeren Wasseraufkommens im Lerbachtal Häuser zu bauen. Die Bergleute arbeiten als Eigenlehner also auf eigenen Lohn. Die ausgedehnten Wälder und Forsten des Oberharzes ermöglichten auch Köhlerei und Forstwirtschaft, welche vor allem für den Bedarf des Bergbaus eingesetzt wurden.

Von 1617 bis 1823 unterstand Lerbach der Aufsicht des Berg- und Forstamts Clausthal, war bis 1728 eine Tochtergemeinde von St. Aegidien in Osterode und erhielt später einen eigenen Pfarrer, Kirche und Friedhof. 1737 hatte Lerbach 525 Einwohner und 76 Wohnhäuser. 1789 wurde eine Eisenhütte mit Hochofen erbaut.

Der Verkehr mit Pferd und Wagen führte auf der alten Harzstraße als wichtigste Verbindung über den Westharz von Osterode nach Goslar an Lerbach vorbei. Erst 1844 erhielt der Ort, der bis dahin über das Bachbett befahren wurde, eine Dorfstraße. 1859 zählte man 123 Häuser und 1659 Einwohner.

Der Hochofenbetrieb der Lerbacher Hütte wurde im Jahr 1867 eingestellt. Bis 1888 betrieb die Hütte eine Gießerei. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Versorgung der Oberharzer Berg- und Hüttenwerke mit Maschinenguss, Öfen und anderen Gusswaren. 1872 beschäftigte das Hüttenamt 190 und im Jahr 1912 133 Arbeiter. Neben der Gießerei bestand ein Emaillierwerk und eine Maschinenfabrik. 1931 wurde der Betrieb eingestellt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam der Eisensteinbergbau im Harz zum Erliegen. Durch die Verwendung von Steinkohle ging die Nachfrage nach durch Köhlerei erzeugte Holzkohle stark zurück, so dass die Kohlenmeiler in den Wäldern unwirtschaftlich wurden und ihr Betrieb eingestellt wurde.

Aus einer früheren Begräbniskasse wurde 1820 eine Privat-Sparkasse gegründet, die bis 2006 bestand und bis dahin die älteste noch existierende Genossenschaftsbank Deutschlands darstellte.

Um 1840 wohnen 1312 Menschen in 105 in Fachwerkbauweise gebauten Häusern, die ausnahmslos mit Holzschindeln gedeckt waren.

Um 1850 erkannten Mediziner, dass sich die Lage Lerbachs gut für die Einrichtung eines Badeorts und Luftkurortes eignete. 1874 legte ein Badekomitee die Grundlage für den Fremdenverkehr. 1888 übernahm der Harzklub-Zweigverein die Betreuung von Wegen und Pavillons. 1897 wurde oberhalb der Kuckholzklippe der Aussichtsturm Kuckholzklippe errichtet. Im Jahre 1900 zählte man 205 Kurgäste und 1520 Einwohner. 1931 wurde ein Freibad errichtet, das aufgrund gesunkener Besucherzahlen im Jahr 2008 geschlossen wurde. Ab 2012 wurde das Schwimmbecken zurückgebaut und es entstand an dieser Stelle ein Naturerlebnispark. Im Winter steht ein Skilift zur Verfügung. Bis 2010 war Lerbach Erholungsort.

1968 wurde als Teil der Bundesstraße 241 eine Umgehungsstraße gebaut, die im Lerbachtal oberhalb an der Ortschaft vorbeiführt. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurde Lerbach am 1. Juli 1972 in die Stadt Osterode eingemeindet. Wegen seiner bis dahin bestehenden Zugehörigkeit zum Landkreis Zellerfeld wird er heute oft als Lerbach im Oberharz bezeichnet.

Textquelle: Wikipedia

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