GewölbeEintritt am Henrikschen Haus - Foto: Karin Pinnecke
27.
Aug. 21

Hochwasserschutz in Lerbach

Von Frank Koch für Ortsrat Lerbach / Ortsbürgermeister.

Der Beitrag von Wolfgang Gärtner beschreibt in hervorragender Weise den Verlauf des Lerbachs. Hier meine Beurteilung, was geschieht bei Hochwasser?

Nach den Hochwasserkatastrophen der letzten Monate, kommt auch die Frage auf, was, wenn so etwas in Lerbach passiert? Das ist nicht so einfach zu beantworten, denn Lerbach liegt in einem engen Tal und es gibt nur wenige Möglichkeiten sich vor Hochwasser zu schützen.

Wie sieht das also im Lerbachtal aus?

Beginnen wir im Oberdorf, bei der Gaststätte "Besenkammer". Bis dahin verläuft der Bach oberirdisch. Hier beginnt die erste Engstelle mit einem Gewölbe unter dem NaturErlebnisPark und dem Sportplatz. Bei Hochwasser würde der Park und der Sportplatz überschwemmt werden. Dazu kommt, dass das Gewölbe im Bereich Zufahrt Gaststätte und NAP dringend saniert werden müßte.

Ob der Mühlenteich die Wassermenge aufnehmen kann, ist fraglich. Danach verläuft der Lerbach oberirdisch, unterbrochen von einer Untertunnellung der Straße, die zum Sportplatz führt. So oder ähnlich setzt sich das in ganz Lerbach fort.

Das Lerbacher Gewölbe ist eines der größten Schwachpunkte bei Hochwasser. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Querschnitt durch Anschwemmungen immer mehr verkleinert. Außerdem sind erhebliche Schäden am Gewölbe aufgetreten. Das wird vom Landkreis regelmäßig kontrolliert und den Anliegern entstehen hohe Kosten bei der Sanierung. Bei Hochwasser wird das Gewölbe das Wasser nicht aufnehmen können. Dazu ist eben der Querschnitt zu gering.

Überschwemmungen durch Hochwasser aus den Seitentälern hat es in den letzten Jahren nicht mehr gegeben. Das war sonst bei starken Regen immer der Fall, teilweise wurden die Keller überflutet und die Lerbacher Feuerwehr im stetigen Einsatz. 

Regenwasserkanalisation und Auffanggitter in den Seitentälern haben für die Verbesserung gesorgt. Allerdings, wenn die Auffanggitter nicht regelmäßig gesäubert werden, hier sind die Kommune und auch die Anlieger gefragt, kann es wieder zu Überschwemmungen kommen.

Was also kann man tun?

Eine Verbreiterung des Lerbachs im oberirdischen Bereich wäre wohl möglich, aber was passiert mit den Häusern, die neben und über dem Lerbach stehen? Wer soll das alles bezahlen? Auffanggitter vor den Unterführungen des Lerbachs können sich ebenfalls schnell zusetzen und Überflutungen begünstigen.

Also, darüber müssen wir uns in Zukunft Gedanken machen und bis dahin hoffen, dass es zu keiner Hochwasserkatastrophe kommt.

Frank Koch

GewölbeEintritt am Henrikschen Haus - Foto: Karin Pinnecke
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