So., 15.
März 26

Werner-Joachim Schatz – ein Künstler aus Lerbach

Titel "Kunstbetrachter"

Von Indra Zahner.

Viele Lerbacher erinnern sich noch an Werner-Joachim Schatz. Der Bildhauer, Grafiker und Kunsterzieher lebte viele Jahre in unserem Ort und schuf Werke, die bis heute das Stadtbild von Osterode prägen. Eine Ausstellung bei KUNST Am Schilde erinnert jetzt an sein Werk.

Viele Lerbacherinnen und Lerbacher erinnern sich noch gut an ihn: Werner-Joachim Schatz. Der Bildhauer, Grafiker und Kunsterzieher lebte viele Jahrzehnte in unserem Ort und hat von hier aus ein Werk geschaffen, das bis heute das Stadtbild von Osterode und der Region prägt.

Geboren wurde Werner-Joachim Schatz am 9. September 1911 in Bromberg. Nach seiner Ausbildung an der Staatlichen Kunstschule in Berlin und einem weiteren Studium in Hannover führte ihn sein Lebensweg schließlich in den Harz. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er als Soldat eingesetzt wurde und viele Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft verbringen musste, kehrte er am 1. Januar 1954 nach Deutschland zurück. Noch im selben Jahr begann er als Kunsterzieher am Gymnasium in Osterode zu arbeiten.

Gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg lebte er zunächst im sogenannten „Reichenhaus“ in Lerbach und später im Schafmeistertal. Lerbach wurde damit nicht nur Wohnort, sondern auch ein wichtiger Ort seines künstlerischen Schaffens.

Viele seiner Arbeiten begegnen uns bis heute im öffentlichen Raum. Besonders bekannt ist die Figurengruppe „On dit“ auf dem Kornmarkt in Osterode. Der französische Titel bedeutet sinngemäß „Man sagt…“ oder „Es wird getuschelt“. Im Volksmund wird die Skulptur bis heute oft „die schwatzenden Weiber“ genannt. Aufgestellt wurde sie 1979 und gehört inzwischen zu den bekanntesten Kunstwerken der Stadt.

Auch die Tür der Lerbacher Friedhofskapelle aus dem Jahr 1954 stammt von Werner-Joachim Schatz. Weitere wichtige Werke sind die „Tür der Hoffnung“ an der St.-Aegidien-Marktkirche in Osterode sowie die Figur des Heiligen Jacobus an der St.-Jacobi-Schlosskirche.

Werner-Joachim Schatz arbeitete mit verschiedenen Materialien wie Bronze, Aluminium, Beton und Eisen. Seine Figuren zeigen oft Menschen in Begegnung miteinander – beim Gespräch, beim Beobachten oder im Austausch. Neben seinen plastischen Arbeiten schuf er auch zahlreiche Zeichnungen und Grafiken.

Am 27. April 1998 starb Werner-Joachim Schatz in seinem Haus in Lerbach. Sein Werk ist jedoch bis heute sichtbar und lebendig.

Aktuell wird sein Schaffen wieder stärker ins Bewusstsein gerückt: Die Galerie KUNST Am Schilde in Osterode zeigt derzeit die Ausstellung „Kunstbetrachter“, in der grafische Arbeiten und Skulpturen von Werner-Joachim Schatz präsentiert werden.

Ein besonderer Dank gilt Horst Lossie. Er hat sich nach dem Tod von Ingeborg Schatz intensiv um den künstlerischen Nachlass gekümmert und viele Arbeiten gesichert, gesammelt und dokumentiert. Ohne dieses Engagement wäre es kaum möglich gewesen, das Werk von Werner-Joachim Schatz heute wieder so umfassend zu zeigen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. April 2026 bei KUNST Am Schilde zu sehen.

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 10 – 17 Uhr
Samstag: 10 – 13 Uhr

Vielleicht eine schöne Gelegenheit, einen Künstler wiederzuentdecken, der lange Zeit hier bei uns in Lerbach gelebt und gearbeitet hat.

Titel "Kunstbetrachter"
Selbstbildnis aus Bronze
Arthur Rubinstein - Ton
Vorstudie zu "on dit" - im Volksmund "Die drei schwatzenden Weiber"
Gethsemane - Tusche/Druck
Schatz im Atelier
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