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Bergdorf Lerbach im Harz 51° 45' 15'' nB 010° 17' 42'' öL 300 - 400m üNN
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Lerbach - Vom Bergdorf zum Erholungsort

Text von Rainer Kutscher

Fast vier Kilometer lang und etwa 400 Meter über dem Meeresspiegel

Lerbach wird in alten Aufzeichnungen oft Bergdorf genannt, die Bezeichnung "Berg" bezieht sich nicht etwa auf die Harzberge, sondern auf Bergwerke.

Die erste Besiedlung erfolgte etwa um das Jahr 1530 und 1551 wird eine Hammerhütte (Schmiede) im Oberdorf urkundlich erwähnt. Es waren die unterirdischen Reichtümer, Bodenschätze von Roteisenstein, welche Eisensteinbergleute und Hüttenleute veranlassten, zuerst im Bremketal und wegen dem größeren Wasseraufkommen im Lerbachtal Häuser zu bauen. Die Bergleute arbeiten als "Eigenlehner" also auf eigenen Lohn.

Die ausgedehnten Wälder und Forsten des Oberharzes ermöglichten auch Berufe der Köhler und Waldarbeiter, sie arbeiteten vor allem für den Bedarf des Bergbaus.

Von 1617 bis 1823 unterstand Lerbach der Aufsicht des Berg- und Forstamts Clausthal, war bis 1728 eine Tochtergemeinde von St. Aegidien und erhielt nach vielen Bittgesuchen einen eigenen Pfarrer, Kirche und Friedhof.

Die Erbauung einer Eisenhütte mit Hochofen im Jahr 1789 war für die stetig ansteigende Bevölkerung (1737 bereits 525 Einwohner und 76 Wohnhäuser) von größter Bedeutung.

Der Verkehr mit Pferd und Wagen führte auf der Harzstraße als wichtigste Verbindung über den Harz von Osterode nach Goslar an Lerbach vorbei. Erst 1844 erhielt der Bergort eine richtige Dorfstraße, bis dahin waren Bachbett und Fahrweg ein Verlauf und "halsbrecherisch" sollen die Transporte der Fuhrleute gewesen sein.

Der Hochofenbetrieb der Lerbacher Hütte wurde im Jahr 1967 eingestellt. 1888 betrieb die Hütte meist Gießerei. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Versorgung der Oberharzer Berg- und Hüttenwerke mit Maschinenguss, sie stellte aber auch Öfen und andere Gusswaren her. 1872 beschäftigte das Hüttenamt 190 und im Jahr 1912 133 Mann. Neben der Gießerei bestanden ein Emaillierwerk und eine Maschinenfabrik. 1931 wurde der Betrieb eingestellt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert kam der Eisensteinbergbau zum Erliegen, durch die Verwendung von Steinkohle verloren auch die Lerbacher Köhler ihre Abnehmer, und die Kohlenmeiler verschwanden in den Wäldern. Aber die Unternehmungslust der Lerbacher ließ eine Reihe von kleinen Unternehmen entstehen, die teilweise noch heute bestehen.

Aus einer früheren Begräbniskasse wurde 1820 eine Privat-Sparkasse gegründet, die auch nach 175 Jahren besteht und die älteste Genossenschaftsbank Deutschlands ist. Als Nebenerwerb war auch die Haltung von Kühen von Bedeutung, 1873 wurden 175 Stück Hornvieh gezählt.

Um 1840 wohnen 1312 Menschen in 105 weit auseinander mit Holz gebauten Häusern, die ausnahmslos mit Holzschindeln gedeckt waren. Unter einem Dach wohnen viele Familien mit großer Kinderzahl, die sich oftmals eine Wohnstube teilen und ihr "Reich" mit einem Kreidestrich abgrenzen. Armut und Not waren tägliche Begleiter. Die Frauen mussten für Transporte schwere Kiepen tragen und bereits zehnjährige Knaben waren als "Haijungen" in der Köhlerei beschäftigt und erhielten am Samstagnachmittag von drei bis sechs Uhr Schulunterricht, wenn sie nicht vor Müdigkeit einschliefen. Die Köhler kehrten von ihren weit entfernten Kohlstellen erst im Spätherbst in das Lerbachtal zurück.

Um 1850 erkannten Mediziner, dass die Lage Lerbachs sich gut für die Einrichtung eines Badeorts und Luftkurort eignete und 1874 legte ein Badekomitee die Grundlage für den Fremdenverkehr. Im Jahr 1880 waren bereits 74 Fremde zur Erholung in Lerbach und ab 1888 übernahm der Harzklub-Zweigverein die Betreuung von Wegen und Pavillons. Der Aussichtsturm Kuckholzklippe konnte 1997 auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken.

Eine Schwimmbadanlage aus dem Jahr 1931, gründlich modernisiert mit Umwälz- und Beheizungsanlage erfreute die Badegäste aus Nah und Fern, musste aber leider 2009 aus Kostengründen geschlossen werden. Im Winter bietet ein Skilift mit abendlicher Beleuchtung eine sportliche Betätigung und auch das Rodeln (Schlittenfahren) kommt auf den Waldwegen und Wiesenhängen nicht zu kurz.

Durch den Ausbau der Umgehungsstraße (B241) im Jahr 1968 ist es im Tal ruhiger geworden. Aus dem Hüttenteichgelände wurde eine entsprechende Freizeitanlage und die Seitentäler und Berghänge, wo einst die Kühe grasten, wurden bebaut.

Der Erhalt der Bergwiesen sowie kulturellen und sportlichen Einrichtungen ist das Ziel des einstigen Bergdorfes, welches nach der Eingemeindung zur Stadt Osterode heute knapp 1.000 Einwohner zählt.

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